Couch-Wertung

8
Story
Erotik-Faktor

Story

Ein Sachbuch, aber sehr sehr unterhaltsam geschrieben. Sex und Literatur vereint und mal von einer ganz anderen Seite betrachtet.

Erotik-Faktor

Schlechte Sexszenen sind, klar, nicht besonders erotisch, aber lustig sind sie. Und Humor macht ja auch ein bisschen sexy.

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Sigrid Tinz
Gut gevögelt, schlecht geschrieben

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Aug 2018

Wer hat den schlechtesten Sex?

IIm Vorwort schreibt der Autor, Rainer Moritz, er lese viel und habe schon von klein an viel gelesen. In einem gewissen Alter besonders gerne Bücher mit „Stellen“. In den 60er Jahren in der biederen Provinz aufgewachsen, war es für ihn die einzige Möglichkeit, mehr als die nackte Biologie zu erfahren. Denn über Geschlechtsverkehr gesprochen wurde zu Hause nicht, über Lust, Begierde, Erotik und Sinnlichkeit schon gar nicht. Allerdings hat auch der literarische Sex seine Tücken, denn so einfach ist es offensichtlich auch für renommierte Autoren nicht, den richtigen Ton zu treffen und die richtigen Worte. Was da alles daneben gehen kann, das beschreibt Moritz in diesem Buch; weniger ein Sachbuch als ein autobiografisch geprägter Erzählband darüber, wie Schriftsteller Sex beschreiben, benutzen – und versauen.

Wenn gute Schriftsteller gut über Sex schreiben wollen ....

Wer Schreiben zum Beruf hat, sollte doch auch über diesen eigentlich ganz natürlichen Vorgang schreiben können. Aber so ist es nicht. Aus vielen Gründen, von denen einige zur Sprache kommen. Sexszenen müssen gut sein, Kunst am besten, sonst kommt das Buch auf den Index oder wird als Schund von der Kollegenzunft abgelehnt.

Also wird nicht einfach nur gevögelt, sondern es soll perfekt sein, wortgewandt beschrieben, ohne abgegriffen Zotiges, sondern mit eigenen Worten und dennoch so, dass es beim Leser sein Ziel erreicht. Und das von Menschen, die - so die leicht gehässige und fröhlich vorverurteilende Sichtweise des Autors – auch im wahren Leben nicht einfach nur nackt und mit viel Spaß an der Sache zu Werke gehen. Denn Schriftsteller seien meist studierte Gemanisten, Philosophen, Soziologen, die alles reflektieren, beleuchten und hinterfragen. .... und man kenne ja immer nur seinen eigenen Sex. Und über den schreibe man dann.

... dann ist es oft besonders ernüchternd - oder besonders schön

Entweder geht dabei alles schief und macht keinen Spaß. Oder es ist super easy. Das Größenverhältnis passt immer, ob beim Sex an der Wand oder unter der Dusche. Und wenn nicht, ist ER immer kräftig genug, die Frau einfach auf seine Hüften zu wuppen und SIE hat genug Körperspannung um nicht zu kippen. Auch beim ersten Date steht alles wie eine Eins ohne Gewöhnungsschwierigkeiten und beide kommen, dann wenn es am besten passt, gerne auch mehrfach. Und sehen Wolken bersten, Lichter explodieren und wähnen sich in göttlichen Sphären; oder hören sich dabei an wie ein "ein trinkendes Pferd". Und wenn sie vor ihm kniet und ihm einen bläst und er zwischen ihre Beine langt und dort den richtigen Punkt findet –  wie lang müssen die Arme dieses Mannes sein?

Das Schöne ist, der Autor lästert nicht, er präsentiert lediglich seine Sammlung an schlechten Sexstellen und amüsiert sich zusammen mit dem Leser darüber zum Beispiel wenn er Szenen kulinarisch und botanisch sortiert: ein Kapitel, in dem es von Gurken, aufgeplatzen Feigen und reifen Pfirsichen nur so strotzt.

Fazit

Die schönste Sache der Welt - gar nicht so einfach in Worte zu fassen. Vielleicht war es deshalb auch lange üblich in Schriftstellerkreisen, die Protagonisten bei dieser intimen Sache sich selbst zu überlassen und  "am nächsten Morgen" mit der Geschichte fortzufahren. In zeitgenössischen Büchern geht es mal mehr mal weniger deutlicher zur Sache und manchmal in deutlich verrutschten Worten. Diese Stellen hat Rainer Moritz gesammelt, sortiert und präsentiert sie hier mit viel eigenem Drumerhum als wirklich anregende Lektüre - wenn auch nur im Sinne von gut unterhaltend gemeint, nicht im Sinne von erregend. Aber das wäre ja auch fast fatal.

 


 

Wer hat den schlechtesten Sex?

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