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André C. Schmechta
7

Erotik-Couch Rezension vonMär 2022

Story

Die Geschichte einer Beziehung zweier doch recht ungleicher Menschen und die Geschichte einer besonderen Region. Im Wechselspiel und der raffinierten Verflechtung von erzählenden Passagen, reduzierten Dialogen, melancholischen Reiseeindrücken und fokussierten Rückblenden entsteht dabei eine überaus interessante und ungewöhnliche Mischung.

Erotik-Faktor

Mit „Treiben“ gehen wir auf eine intime Reise, die aber weniger erotisch ausfällt, als das Cover vielleicht noch vermuten lässt.

Eine intime Reise

Eine Frau und ihr Freund entschließen sich zur Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Wir dürfen beide nicht nur auf ihrer Reise in die Kälte Sibiriens begleiten.

Eigentlich erzählt Bernadette Schweihoff in ihrem Debüt, das im Rahmen ihres Studiums an der Berliner Technischen Kunsthochschule entstand, zwei Geschichten. Zum einen die Geschichte einer Beziehung zweier doch recht ungleicher Menschen und zum anderen die Geschichte einer besonderen Region. Im Wechselspiel und der raffinierten Verflechtung von erzählenden Passagen, reduzierten Dialogen, melancholischen Reiseeindrücken und fokussierten Rückblenden entsteht dabei eine überaus interessante und ungewöhnliche Mischung.

„Dieses Buch ist für alle, die in meine Welt eintauchen wollen.“ schreibt Bernadette Schweihoff im Nachwort. Dennoch bleibt „Treiben“ trotz dieser formulierten Nähe zur Künstlerin überraschend distanziert. Es gibt einige erotische Szenen, die aber in ihrer Inszenierung eher ungelenk und wenig sinnlich erschienen. Insgesamt fällt es nicht leicht, den Figuren dabei richtig nahe zu kommen. Und dennoch blitzt durchweg eine faszinierende Intimität durch, die stets neugierig durch die Seiten blättern lässt.

Besonderer Reiz geht von den betonten Gegensätzen aus, die Schweihoff mit ihren Bleistiftzeichnungen entfaltet. Mal ungestüm, mal zart, mal nachdenklich, mal intensiv und mal berauschend. Mit ausschließlich roten und blauen Farbtönen trennt sie die Szenen und Momente. Die Farben nehmen dabei bewusst auch Bezug auf die vorherrschenden Temperaturen, sei es die eisige Kälte und Tristesse der sibirschen Landschaft oder, besonders eindrücklich, in tiefes Rot getauchte Szenen im Berliner KitKatCLub.

Fazit:

Mit „Treiben“ gehen wir auf eine durchaus intime Reise, die aber weniger erotisch ausfällt, als das Cover der Graphic Novel vielleicht noch vermuten lässt. Wer aber ungewöhnliche Geschichten mag, sollte unbedingt einmal einen Blick auf das Debüt von Bernadette Schweihoff werfen.

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