Super Sex beginnt mit 50

Erschienen: Juni 2021

Couch-Wertung

8
Story
Erotik-Faktor

Story

Für ein Sachbuch ist es sehr leicht, unterhaltsam, ehrlich und humorvoll geschrieben. Mit vielen Beispielen aus der Praxis und einer guten Einordnung medizinischer Vorgänge.

Erotik-Faktor

Da das Sachbuch informieren und aufklären will, eher wenig Erotik. Fantasien kommen vor, aber die gehen natürlich nicht ins Detail – und jeder sollte ja auch sein eigenes Feuer entfachen.

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Stefanie Eckmann-Schmechta
Aha-Momente!

Buch-Rezension von Stefanie Eckmann-Schmechta Jun 2021

Tracey Cox Buch mit dem ungewöhnlichen Titel „Super Sex beginnt mit 50 – so bleiben Liebe und Lust lebendig“ liest sich, um es gleich mal vorweg zu nehmen, überaus interessant und unterhaltsam!

Nicht nur, weil es mit vielen Vorurteilen und Denkweisen aufräumt, oder den Do´s und Don´ts sowie dem Glauben, dass, wenn nur genug Liebe da wäre, es auch mit dem Sex funktionieren muss, eine ganz klare Absage erteilt; Tracey Cox sagt ganz offen, wie Frau oder Mann sich fühlt, während sich die sogenannten „besten Jahre“ beharrlich im Alltag bemerkbar machen.

Wen die Vorstellung traurig macht, nie wieder Sex zu haben, sollte diesem Buch eine Chance geben

Der Sex, wenn wir jung und voller Hormone stecken, ist anders als bei mit Menschen 50 + Jahren. Unsere Körper verändern sich; was wir früher toll fanden, geht heute nicht mehr oder langweilt uns.

Und das sei vor allem für Frauen ein Killer in der Erotik, so Tracey Cox. In kurzen Absätzen und insgesamt 12 Kapiteln erzählt sie im lockeren Ton von „Vier Dinge(n), die Ihr Sexleben revolutionieren“ bis „50 Dinge, die Sie nur wissen können, wenn Sie über 50 sind“.

Wie es kommt, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes „Die Lust“ verlieren und was wir tun müssen: Gemeinsam mit dem/der Partner/in aber auch ganz allein. Mit ganz praktischen Tipps gibt Tracey Cox Ratschläge zu verschiedenen Praktiken oder zu Sex-Spielzeug, das man bzw. frau unbedingt zur Hand haben sollte.

Im Verlauf des Buches lassen sich viele Beispiele, Anregungen und Informationen finden, so dass sich ganz sicher viele (sicher auch nicht alle) abgeholt fühlen sollten. Egal, ob nur eine/r nicht will, ob beide nur kurz den Faden verloren haben oder ob man sich dazu entscheidet, endgültig, „die Schlittschuhe für immer an den Haken zu hängen“. Davor, dazwischen und drumherum gibt es aber noch viel, wofür es sich lohnt, nicht gleich das Handtuch zu werfen oder beim vorgenannten Beispiel zu bleiben, die Schlittschuhe für immer beiseite zu räumen.

Und die Männer?

Grundsätzlich richtet sich Tracey Cox eher an die weibliche Leserschaft, aber sie hat auch ein ganzes Kapitel den Männern gewidmet, um uns Frauen zu erklären, was mit ihnen in ihren mittleren Jahren passiert; warum es so viel schwerer für sie ist, von dem jugendlichen Mann, der sie mal waren, Abschied zu nehmen. Sie gibt Tipps, wie man mit dem Partner ins Gespräch kommen kann, ohne ihn zu überfahren und zu kränken.

Auch dass das hochgelobte Viagra & Co. keine Allheilmittel sind, führt sie mit guten Beispielen aus der Praxis an. Man(n) muss nicht mehr der große Performer sein und wir – Mann und Frau – müssen darüber Bescheid wissen, was im Körper und in der Seele des anderen vorgeht. Und dennoch müssen wir Frauen unseren eigenen Weg gehen, um „angeturnt“ zu bleiben. Logisch und schön, wenn sich das auch auf die Partner überträgt.

In ihren rosa hinterlegten Info-Kästen bringt sie noch einmal die wichtigsten Aspekte eines Kapitels auf den Punkt. Das macht das Buch übersichtlich, denn man kann dort schnell noch einmal etwas nachlesen. Gerne ertappt sie auch ihre Leser/innen, wenn sie mal ein Kapitel übersprungen haben und rät dazu, sich noch einmal diese oder jene Passage genauer durchzulesen.

Sie bleibt im Dialog, auf Augenhöhe und man fühlt sich eher wie bei einer Freundin, mit der man auch mal laut loslachen kann. Denn, und das macht sie ganz deutlich, wir sitzen alle irgendwann im selben Boot.

Gegenseitiges Verständnis – den Druck aus dem Kessel nehmen

Gefallen hat mir vor allem Tracy Cox Sprache, man merkt, dass sie sich in der Thematik schon sehr „freigeschwommen“ hat und sehr genau weiß, wie ihre Klientel tickt. Sie spart auch nicht mit Beispielen aus ihrem oder dem Leben anderer. Dabei setzte sie auch gerne mal eine kleine Provokation ein.

Vieles, so macht sie deutlich, spielt sich bei uns im Kopf ab und was politisch nicht korrekt oder peinlich ist – in der Gesellschaft – ganz und gar nicht für unseren Sex gilt.

Dieser offene, unkomplizierte Umgang mit vielen althergebrachten Glaubenssätzen und unnötiger Scham macht es zu einer durchweg leichten und dem Leben absolut zugewandten Lektüre, die alle ab 50 gelesen haben sollten. Wer überhaupt noch keinen Bedarf verspürt: Glückwünsch! Aber alle anderen, die merken, dass sich der Körper und auch die Seele verändert haben, sollten reinschauen. Tracey Cox vermittelt nicht nur ihre eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse, sondern bringt auch viele Entdeckungen anderer namhafter Forscher, Therapeuten und Autoren ein. Wer also noch mehr erfahren möchte, kann hier weiter forschen.

Fazit

Tracey Cox hat mit „Super Sex beginnt mit 50“ ein offenes, ehrliches und lebensbejahendes Werk zu einer Thematik geschrieben, über die man nicht so gerne spricht. Und sie macht es wirklich gut! Viele werden sich hier wiederfinden und das Gefühl haben, sehr direkt und auf eine sehr sympathische Weise angesprochen zu werden.

Super Sex beginnt mit 50

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