Couch-Wertung

7
Story
Erotik-Faktor

Story

Berichte aus dem Edelbordell – interessant, spannend, ungewöhnlich.

Erotik-Faktor

Sexszenen sind dabei, aber eher skurril als antörnend. Sex ist hier eben Arbeit und nicht besonders erotisch.

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Sigrid Tinz
Erlebnisse im Edelbordell

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Nov 2019

Jasmina ist Jurastudentin, Muslimin und stammt aus einem durchaus sittenstrengen Elternhaus. Als sie eine Klausur vergeigt, kürzt ihr Vater den Zuschuss. Da kommt es wie gerufen, als ein Kumpel ihr einen Job anbietet: Arbeiten an einer Bar, im "Club Nuit", einem Edelbordell. Und sie sagt zu. Macht aber ganz klar, dass sie nur an der Bar arbeiten wird, als Animierdame und zum Kassieren. Sexuelle Dienstleistungen anbieten wird sie nicht. Jeder Arbeitstag ist für sie wie ein neuer Ausflug in eine andere Welt, von der sie sich vorher nicht denken konnte, dass und wie sie existiert. Stammkunden, Gangster, Messebesucher, Oktoberfest, Politiker die sich durchpeitschen lassen und Hündchen spielen, Kokser, Hollywoodgrößen und nicht näher benannte andere Promis.

Wahre Geschichte

Am Anfang ist sie unsicher mit den durchaus aufdringlichen Männern. Auch mit den Frauen, die dort als Prostituierte arbeiten, läuft es schlecht. Über sie wird gelästert und ihr wird es nicht leicht gemacht. Die ersten Tage sind schwer, aber dann findet sie sich in ihre Rolle schnell hinein. Wie übergangslos wird sie vom naiven Ding, das von den im Buch so genannten Althuren gemobbt wird, zur patenten Puffmutter. Die alle Freier im Griff hat, ihnen gekonnt noch eine Flasche Champagner und noch eine Stunde mit noch einer Frau mehr abschwatzt. Und mit den Althuren wird sie beste Freundin.

Glaubt man dem Klappentext, ist es eine wahre Geschichte, unter Pseudonym geschrieben, damit die Familie nicht erfährt, dass ihre „Jasmina“ mal als Animierdame im Edelpuff gearbeitet hat. Darum dreht sich auch alles, über Jasminas Privatleben erfährt man kaum etwas. Zur Uni geht sie erstmal gar nicht mehr und mit ihrem Freund ist schon bald am Anfang Schluss. Sie selber erleben wir eigentlich nie beim Sex. Auch die Freier übrigens nicht. Das Geschäftsmodell im Club ist nicht schnelles Abspritzen und Flatrateficken. Sondern die ganze Sache mit List und Schmeicheleien und jede Menge Drogen so lange hinauszuszögern wie möglich, damit der Kunde möglichst lange bleib. Abgerechnet wid nämlich stundenweise.

Klischees aber spannend

Neben der Arbeit treffen sich die Mädels auch in der Freizeit und philospophieren über Gott, die Welt und das Sexgeschäft. Darüber, dass Männer nur arme Würstchen sind, die mal jemanden zum Reden und zum Bewundertwerden haben wollen, „Da will ganz viel Seelenmüll raus" - und die Nutten sind so was wie Therapeutinnen. Aber immerhin verdient man als Prostituierte etwas, wenn man sich das männliche Egogelaber anhört. Anders als viele normale Frauen, die machen es umsonst. Und: „Die Männer , die zu einer Domina gehen, sind oft ganz hohe Tiere aus der Wirtschaft oder der Politik, die haben in ihrem Alltag krass viel Verantwortung und Macht über andere Menschen, aber bei der Domina, da wollen sie erniedrigt werden und alle Kontrolle abgeben." Alles nicht ganz neu und in dieser Pauschalität sicherlich nicht die Realität – genausowenig wie diese Geschichte als wahres Hurenleben gelten kann. Jasmina und ihre Freundinnen haben im Gegensatz zu vielen anderen  im Sexgeschäft paradisische Arbeitesbedingungen. Sie kommen als starke selbstbewusste Frauen rüber. Genau deswegen ist man am Ende ein bisschen verstimmt über das süße Happy End. Das ist zwar schön und romantisch, passt aber so gar nicht in das Bild der Prostituierten als lebensfrohe Person, Geschäftsfrau und Therapeutin.

Fazit

Wer eben so unbedarft ist wie Jasmina, die aus einem braven Leben als Jurastudentin zur routinierten Animierdame wird, für den bietet das Buch hochinteressante Einblicke. Auch allen anderen, die über Sexarbeit schon mal was gelesen, gehört oder es sogar live erlebt haben, kann Jasminas Geschichte leichtweg zu lesende Unterhaltung bieten.

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