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Story
Erotik-Faktor

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Die angehende Sexologin Theresa Lachner schreibt über die ersten Jahre ihres Berufslebens, spannend und persönlich, lustig, selbstironisch, emotional und natürlich auch über Sex.

Erotik-Faktor

Auch wenn sich die Autorin fast ausschließlich mit Sex beschäftigt – es geht nicht ausschließlich darum. Wie sie es beschreibt, ist es eher zum Zuschauen als zum Miterleben, denn vieles war Gegenstand journalistischer Recherche.

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Sigrid Tinz
Lust mit V wie Vulva

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Dez 2019

Theresa Lachner ist gute dreißig Jahre alt, studierte Publizistik und Literaturwissenschaften, lebte nach ihrer Ausbildung fünf Jahre lang ohne feste Adresse mal hier, mal da und viel im Ausland, arbeitet als Journalistin und Bloggerin und befindet sich derzeit in der Ausbildung zur Sexologin. Das verrät uns der Klappentext ihres Buches, das sie jetzt geschrieben hat: „Lvstprinzip“, so heißt das Buch, so heißt auch ihr Blog, ein Sexblog, den sie vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat. Um dort einen Freiraum für sexuelle Gedanken zu bieten, so schreibt sie, denn Sex, der in unserer Gesellschaft so omnipräsent ist, wird ihrer Meinung nach selten richtig verstanden, sondern viel zu oft instrumentalisiert, kommerzialisiert oder ironisiert. Das passt auch zum Buch, auch wenn es da nicht nur um Sex geht, sondern sehr viel auch um sie selbst, um ihr berufliches Leben vom Abschluss bis heute.

Lebensreise zum Lesen

Das Studium beendet, frisch getrennt von ihrem gewalttätigen Freund und davon geschockter als sie sich damals zuzugestehen traut, nimmt sie den erstbesten Job an, den sie bekommt: bei einem Verlag in Saigon. Von da geht’s weiter, mit Reisereportagen quer durch Asien, immer mal unterbrochen durch Heimreisen wegen kranker Eltern oder auch mal wegen eines festen Jobs als Sexfachfrau bei einer Frauenzeitschrift - um das Konto wieder aufzufüllen und dann weiter auf Weltreise zu gehen. Sie trifft Männer, verliebt sich und hat Liebeskummer, sammelt sich einen Tinderharem und genießt ONS mit Frauen. Für ihre Arbeit probiert sie alles mögliche aus, was der Erotiksektor im Angebot hat: Sextoys sowieso, aber auch Seminare von Tantra bis Orgasmic Meditation, besucht Pornodrehs, Squirtingkurse und Gruppensexpartys. Weil sie als journalistische Beobachterin darüber schreibt, hat es eine gewisse Distanz, allerdings ohne oberflächlich zu sein; immer ist es sehr persönlich und ihre Gedanken und Erfahrungen verbindet sie mit politischen Ansichten, Statistiken, Gesprächen mit anderen und mit deren Erfahrungen.
Manches mal wird der Sex durch dies Ehrlichkeit entzaubert, er wird dadurch aber auf andere Art viel schöner, eben alltäglich und normal und machbar. Wichtiger, als dass man darauf achtet, in welcher Stellung die Brüste hängen, ist, wie man am meisten Spaß an der Sache hat. Ein bisschen geht es also auch um Bodyshamig und um das Frausein heute.

Voller Lebensprinzipien

Der Tonfall ist schnell, sarkastisch, viele englische Worte sind eingeflochten, was absolut passt, weil man einer Weltreisenden abnimmt, dass sie so redet. Theresa Lachner ist noch sehr jung und als sie das, was sie in diesem Buch beschreibt, erlebt hat, war sie noch viel jünger. Ihre Erkenntnisse mögen aus Sicht von Frauen, die Jahre bis Jahrzehnte älter sind, nicht bahnbrechend neu sein, und vieles ist einfach Lebenserfahrung und Erwachsenwerden. Da muss jede durch – auch die Autorin selber ist am Anfang ja eine andere am Ende. Gehen muss den Weg sicherlich jede für sich, aber dabei dieses Buch zu lesen, zeigt was das Ziel ist. Nämlich nicht das, was die Nachbarn, Eltern, Freundinnen (oder Frauenzeitschriften) sagen, auch nicht, was Theresa Lachner sagt. Sondern das, was für einen selbst das Ziel ist. Und mit Ratgebern wie Theresa Lachner an der Seite ist man vielleicht sogar schneller da, als wenn man erstmal mühsam erkennen muss, dass landläufige Glaubenssätze, zum Beispiel, dass eine Frau immer nett, adrett und brav sein sollte, auch und vor allem im Bett sein, bullshit sind.  Sondern: „Sag nein zu Sex, der sich nicht richtig anfühlt. Geh dabei keine Kompromisse ein. Und wenn eine innere Stimme dir sagt 'Nun stell dich doch nicht so an', dann ist das ein ziemlich sicheres Zeichen, dass du dich mehr anstellen, unbequemer werden solltest. Denn das ist es am Ende, das einen weiterbringt in der Liebe und im Sex.“

Fazit

"Lvstprinzp" heißt das Buch, "lvstprinzip.de" heißt auch der Blog der Autorin, so benannt wegen  „v“ wie Vulva, Venus oder Vagina - aber auch weil die Domain "Lustprinzip" natürlich schon längst weg war. So pragmatisch, feministisch und persönlich wie diese Entscheidung ist das ganze Buch. Und sehr, sehr lesenswert, für junge Frauen und alle Frauen, für Männer und für alle.

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