Die Vagina-Monologe

Erschienen: Februar 2000

Bibliographische Angaben

Übersetzung: Bettina Schültke, Peter Staatsmann

Couch-Wertung

8
Story
Erotik-Faktor

Story

Selbstgespräche mit dem weiblichen Geschlechtsteil – ein Klassiker, lesenswert, wenn auch etwas überholt.

Erotik-Faktor

Nicht wirklich, aber das wunderbar vielseitige V-Organ ist ja auch nicht nur dafür gemacht.

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Sigrid Tinz
Selbstgespräche der Vulven

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Okt 2020

Die Vagina-Monologe haben als Grundlage rund 200 Interviews, die Eve Ensler, die Autorin mit ganz verschiedenen Frauen geführt hat. Daraus wurde ein Theaterstück, das rund um die Welt noch immer aufgeführt wird und viele prominenten Frauen als Unterstützerinnen und Mitspielerinnen hatte und hat. Und daraus wurde dieses Buch. Das alles ist schon bald 30 Jahre her und damit darf man es wohl bereits als Klassiker bezeichnen.

Das Geschlechtsteil spricht selbst

Das Besondere an den Interviews ist nicht, dass ganz unterschiedliche Frauen über ihr Leben und ihre Sexualität erzählen; und dass Ensler die Geschichten sehr vielfältig und literarisch aufbereitet hat. Sondern dass die übergeordnete Frage lautete: „Wenn deine Vagina sprechen könnte, was würde sie sagen?“ Würden wir uns – oder unserem Geschlechtsteil – diese Frage heute stellen, käme wohl als erstes eine Gegenfrage: „Wieso Vagina? Meinst du wirklich nur die Vagina? Also das kleine Stück zwischen außen und innen, das bei der Benennung durch männliche Mediziner diesen Namen abbekommen hat, weil sie es als das wichtigste angesehen haben, nämlich als „Scheide“ für das „Schwert“? Oder meinst Du alle, die Du zwischen den Beinen hast? Klitoris und Venuslippen, die kleinen und großen, Venushügel und ja auch die Vagina. Also meinst du mich, die Vulva?“

Der feministische Diskurs ist schon ein bisschen weiter. An Freud und Co, die im Phallus das einzig wahre Geschlechtsteil sahen und in der Vagina nur ein Loch, müssen sich heutige – westliche – Frauen kaum noch abarbeiten. Wir müssen uns nicht erstmal ermächtigen, dieses Nichts beim Namen zu nennen und als unser Eigentum zu betrachten. Nicht als etwas, was Penisse benutzen.

Neben Gewalt gibt es auch Freude

Was die Vs dieser Frauen im Buch erzählen ist geprägt von Gewalt, Missbrauch, fehlender Freude und von Schmerzen. Das ist noch nicht von der Zeit überholt, es passiert alles und ist jahrtausendelang so passiert. Unterdrückung und Gewalt ist in der seelischen DNA von Frauen gespeichert. Aber: das weibliche Geschlechtsteil war und ist auch immer mehr gewesen als das. Es galt als göttlich, als Tor zur Welt. Und es ist auch etwas, mit dem frau einfach viel Spaß haben kann. Und Mann auch. Penisse sind ja nicht immer nur Spieße und Speere und Schwerter, sondern eigentlich empfindliche kleine Dinger, die auch nur geliebt werden wollen und gerne viel netter wären, wenn die Gesellschaft ihnen nicht vorschreiben würde, dass sie immer stahlhart ihren Mann zu stehen hätten. Auch das ist ja Realität, und wird es immer gewesen sein. Auch das dürfte in der seelischen DNA gespeichert sein und ist es wert erzählt zu werden, damit es aus dem Unterbewusstsein ins Gespräch kommt und damit auch wieder erlebbar wird.

Vielleicht wäre es also mal Zeit für eine Fortsetzung? Also direkt die Vulvas fragen, was sie zu erzählen hätten. Und ob sie nicht auch Schönes erlebt haben.  

Fazit

Ein Klassiker, wenn auch noch ein eher junger, der Feuillitongeschichte geschrieben hat und für sich steht. Aus heutiger Sicht würde das Buch sicherlich anders heißen und die Vs würden andere Geschichten erzählen. Also etwas überholt von der Zeit, aber absolut lesenswert.

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