Couch-Wertung

10
Story
Erotik-Faktor

Story

Höchst anschaulich und fesselnd erzähltes Sachbuch über die Liebe, das Leben - und das Fremdgehen.

Erotik-Faktor

Sehr wenig, es geht um den Fakt Fremdgehen und nicht wer wie was mit wem gemacht hat.

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Sigrid Tinz
Normal, normaler, Affären

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Mai 2019

Esther Perel ist Psychologin und Paartherapeutin und lebt in den USA, ihre Klienten kommen aus der ganzen Welt. In ihrer Arbeit geht es um Untreue jeglicher Form, mal ganz explizit, mal nebenbei. Ihre Erfahrung: auch wer von sich meint, es sei kein Thema, für den ist es manchmal schneller eines als gedacht: Eindeutige Mails des Partners, durch Zufall gefunden; der neue Kollege, mit dem man einfach flirten muss. In den Minuten wo Sie das jetzt lesen, gehen Millionen Menschen fremd, entdecken, dass ihr Liebster, ihre Liebste fremdgegangen ist.

Fremdgehen ist für jeden was anderes

Auch wenn es gar nicht so einfach zu sagen ist, was Fremdgehen überhaupt ist: Blicke, Chatten, Pornos gucken, Knutschen, Verlieben, Sex?

Schon das ist hochspannend, stellt man doch fest, dass es eben nicht eindeutig ist. Allgemein ist es so, dass Menschen im Laufe des Lebens ihre Einstellung dazu ändern; dass der Zeitgeist und die kulturelle Herkunft eine Rolle spielen, welche Antwort sie darauf geben. Und auch, ob jemand eine Affäre hat und sie genießt und rechtfertigt als „nur Spaß“, „bedeutungslos“ oder „unglaubliche Erfahrung, endlich wieder lebendig und jung zu sein“. Ist man selber der oder die Betrogene, ist der Partner einfach nur ein egoistisches Schwein. Das geht übrigens sogar gleichzeitig.

DIE Affäre gibt es nicht

Allerdings, das wird schnell klar: DIE Affäre gibt es nicht, sie ist so individuell wie die Menschen, die beteiligt sind. Selten, aber manchmal stecken handfeste psychische Probleme dahinter. Meistens ist es einfach passiert und so normal wie das Leben. Manchen, die in ihrer Ehe missachtet und misshandelt werden, gibt eine Affäre die Kraft und Energie sich daraus zu befreien. Da gibt es die Affären, die einer Beziehung am Ende den Rest geben, es gibt Paare, die nach der Affäre zusammenbleiben und sich den Fehltritt gegenseitig bis ans Lebensende unter die Nase reiben wie ein Folterwerkzeug. Es gibt Paare die endlich mal wieder miteinander reden und sich danach neu erfinden. Und es gibt Paare, die aus einer Affäre entstanden sind und nach einiger Zeit ähnlich dastehen wie in den Jahren davor in ihren alten Beziehungen. Denn es stimmt schon, Affären sind durchaus ein Zeichen, dass etwas fehlt. Aber nicht alles, kann ein einziger Mensch und eine einzige Beziehung geben. Menschen, die betrügen, suchen selten nach einem neuen Partner, öfter aber nach einem neuen Ich.

 Esther Perel plädiert dafür, das nicht zu verleugnen, sondern mitzudenken. Genau deshalb hat sie auch dieses Buch geschrieben.

Spannend erzähltes Sachbuch mit viel Selbsterkenntnis für den Leser

Dafür hat sie Forschungsergebnisse aus Psychologie und Kulturwissenschaft ausgewertet, und Erfahrungen ihrer Kolleginnen und Kollegen; und alles mit konkreten Fällen aus ihrer Arbeit verknüpft. Das sind viele. Zu viele, um sie alle hier in der Kürze vorzustellen. Aber wert, sie kennenzulernen. Jedes Kapitel, jede Affäre ist wie eine eigene kleine Geschichte. Außerdem schreibt Ester Perel viel in Form von Fragen, die beim Lesen automatisch nachdenklich machen und das auch sollen. So erfahren wir nicht nur viel über das Thema „Fremdgehen“.. Sondern auch viel über uns selbst und unsere Beziehungen und über das, was für uns Liebe und Treue und Partnerschaft ausmacht.

Esther Perel hat bereits ein Buch geschrieben: „Wild Life“. Darin geht es um Sex in der Ehe, beziehungsweise, wie die Erotik in langen vertrauten Beziehungen prickelnd oder überhaupt existent bleibt. In diesem neuen Buch stellt sich heraus: Eine Affäre ist für so manche Paare tatsächlich auch eine Möglichkeit.

Fazit

Monogamie ist das gesellschaftliche Ideal weltweit – genau wie die gesellschaftliche Realität weltweit aus Trennungen, Affären, Seitensprüngen besteht. Wie auch immer man das Fremdgehen nennen mag, es scheint dazuzugehören zum Leben. Diese Tatsache nicht zu verleugnen, sondern mitzudenken, macht es Paaren leichter, damit umzugehen. Und dieses Buch darüber liest sich so interessant wie ein Gesellschaftsroman, so fesselnd wie ein Krimi und so berührend wie eine Lovestory, dass man es kaum aus der Hand legen mag.

 

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