Der Earl mit den eisblauen Augen

Erschienen: Mai 2020

Couch-Wertung

4
Story
Erotik-Faktor

Story

Nettes Geplänkel zwischen zwei Verliebten, die sich zunächst nicht wirklich leiden können

Erotik-Faktor

Romantik und etwas Erotik vorhanden, heiße Sexszenen gibt es nicht

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Alexandra Hopf
Auftaktband einer neuen Reihe

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Jan 2021

Miss Billie Bridgerton, die eigentlich Sybilla heißt, entspricht so gar nicht der Vorstellung einer jungen Dame Ende des 18. Jahrhunderts. Sie trägt am liebsten hosenähnliche Beinbekleidung, Breeches genannt. Sie beschäftigt sich am liebsten auf dem Familiengut und erledigt zumeist Verwaltertätigkeiten. Für sie ist eigentlich klar, dass sie eines Tages wohl einen Sohn der benachbarten Freunde, den Rokesbys heiraten wird. Mit Edward und Andrew ist sie aufgewachsen und sie verstehen sich gut. Einer der Brüder kommt nicht in Frage, das ist der älteste Sohn George, der einmal Lord Kennard wird. Billie hält ihn für arrogant und sie pflegen keinen Umgang miteinander. Dummerweise ist es genau George, der Billie aus einer misslichen Lage befreien muss: Nach einem Sturz vom Baum hat Billie sich den Fuß verletzt. George muss ihr helfen und sie nach Hause tragen. Die beiden liefern sich von da an hitzige Wortgefechte. Doch irgendwann schlägt die Hassliebe der beiden um und es sind plötzlich Gefühle im Spiel.

"Was sich liebt das neckt sich"

Mit diesem Buch beginnt Julia Quinn eine neue Reihe im Bereich historischer Liebesroman, nachdem die Reihe um die Familie Bridgerton schon viele Freunde gefunden hat. In " Der Earl mit den eisblauen Augen" geht es um die Familie Rokesby. Der Eröffnungsband handelt vordergründig vom ältesten Sohn der Familie, George, den zukünftigen Lord Kennard. Dieser ist sich seiner Rolle bewusst und benimmt sich dementsprechend. Er verhält sich überlegen und spricht gewählt, ganz dem Stand entsprechend. Wie man es in derartigen Romanen erwartet, wird er als sehr attraktiv geschildert: muskulös, Dreitagebart und eben seine sehr besonderen Augen.

Das krasse Gegenteil dazu ist Billie, die weibliche Hauptprotagonistin. Ihr Verhalten ist alles andere als standesgemäß oder typisch für eine junge Dame. Sie wirkt oft wie ein trotziges kleines Gör, das einfach tut, was sie will und was ihr Spaß macht. Optisch hat sie durchaus auch ihre Reize.

Es geht größtenteils nur um diese beiden Hauptpersonen. Ihre hitzigen Wortgefechte, lassen einen ab und an durchaus mal schmunzeln.

Mit der Zeit wird man als Leser diesen Dialogen allerdings auch überdrüssig. Man hätte dann gerne etwas mehr Handlung, doch auf diese wartet man in der ersten Buchhälfte vergebens und der Roman erscheint sehr langatmig. Danach nimmt der Verlauf etwas Fahrt auf, es könnte aber gerne etwas mehr Aktion sein. Als der jüngere Bruder Edward als vermisst gemeldet wird, kommt etwas Spannung auf, verläuft sich aber rasch.  Die Wendung bei der Suche, dass George nun als Botschafter für das Kriegsministerium eingesetzt wird, ist eher unglaubwürdig. Die wenigen anderen beteiligten Personen bleiben im Hintergrund.

Humorvoller Schlagabtausch, mehr nicht

Das ganze Buch über wartet man darauf, wann denn endlich etwas zwischen Billie und George passiert. Während der unzähligen Dialoge kommt zunehmend eine gewisse Romantik auf. Sie hegen durchaus auch erotische Gedanken. Aber wer auf heiße Sexszenen wartet, ist hier fehl am Platz. Der Schreibstil ist leicht eingängig. Der Lesefluss wird aber durch die monotonen und immer gleichen Unterhaltungen gebremst. An manchen Stellen muss man sich zwingen überhaupt noch weiterzulesen, weil einfach nichts passiert. Die Hoffnung auf den großen Knall lässt einen aber doch durchhalten.

Fazit:

Zum Einstieg ganz nett, aber da ist noch viel Luft nach oben für die Fortsetzungen.

Der Earl mit den eisblauen Augen

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