Das beherrschte Geschlecht

Erschienen: Dezember 2017

Couch-Wertung

8
Story
Erotik-Faktor

Story

Akribisch aus Praxis und Forschung zusammengestellter, unterhaltsamer formulierter Rundumschlag über die weibliche Sexualität.

Erotik-Faktor

Dass es tatsächlich erotisch wird, ist nicht vorgesehen in diesem Sachbuch, sonder: sich über das erotische Leben allgemein und das eigene Gedanken zu machen.

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Sigrid Tinz
Frauen an die Macht

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Aug 2019

Im diesem Jahrhundert haben die Frauen der westlichen Welt Freiheiten, von denen ihre Vorfahrinnen nur träumen konnten: Verhüten, freie Partnerwahl, jederzeit Sex haben oder eben auch nicht, darüber reden, lesen, alles kann, nichts muss. Man könnte eigentlich denken, die Sache mit der sexuellen Freiheit läuft.

„Aber was bedeutet das genau?“ fragt die Psychologin und Sexualtherapeutin Sandra Konrad im Vorwort dieses Buches. „Haben Frauen sich selbst befreit oder wurden sie befreit und ist die Befreiung überhaupt schon abgeschlossen?“
Die Antwort, ihre Antwort, gibt sie eigentlich bereits mit dem Titel des Buches: Nein, eher nicht.

Das Buch dreht sich auf all seinen 384 Seiten darum, was sexuelle Freiheit ist oder wäre; und wer die eigentliche Macht hatte und hat, auch die Deutungsmacht. Es beschreibt ausführlich und akribisch psychohistorische Erkenntnisse und aktuelle Forschungsergebnisse aus der Sexualwissenschaft und Soziologie, dazu gibt es zahlreiche Interviews mit Frauen und empirische Beispiele und Ankedoten

Vom ärztlich verordneten Orgasmus bis zur Vergewaltigungsdebatte

An manchen Stellen muss man tatsächlich schmunzeln, etwa wenn Konrad beschreibt, wie man meinte „Hysterie“ erklären und behandeln zu können: nämlich mit vom Arzt verschriebenen und durchgeführten Unterleibsmassagen. Und dass dem medizinischen Personal reihenweise die Hände lahm geworden sein müssen, bis endlich die ersten Vibratoren erfunden wurden.  Gleichzeitig ist es traurig, denn mit ganz normaler – damals aber streng verpönter – Selbstbefriedigung wären diese sexuell unterversorgten Frauen vielleicht ganz einfach durchs Leben gekommen. Traurig, aber sehr sehr interessant sind auch die Seiten über Vergewaltigung und „Nein heißt Nein“ oder die über das strukturelle Unrecht Prostitution. Wer jetzt aufmerkt und denkt „Ja, aber, das ist doch heute Sexarbeit und harmlos“, dem fehlen nach dem Kapitel jegliche Argumente für diese Sichtweise.

Viele Aspekte hat man durchaus schon mal gehört, gelesen, gedacht, aber in dieser Fülle und immer unter dem gleichen Oberthema ist der Erkenntnisgewinn ungleich höher.

Frauen waren und sind unterdrückt, aber nicht automatisch die besseren Menschen

Klar, auch Männer leiden unter den Rollenzuschreibungen, müssen sich heutzutage für Rückenhaare schämen, können Opfer sexueller Gewalt sein. Auch Frauen sind oft die Täter, und zum Beispiel beim Thema Beschneidung ja diejenigen,  die es planen und machen.

Das wird aber eher am Rande erwähnt. „Pro Frau“ steht im Fokus dieses Buches. Vielleicht ein bisschen unfair. Aber nach Jahrhunderten und Jahrtausenden der Unterdrückung und dem Defizitärsein – weil ohne Penis – kann das Pendel auch mal ein Stück in die andere Richtung ausschlagen. Gleichwohl macht Sandra Konrad immer klar: Frauen sind nicht per se die besseren Menschen. Aber eben auch keine schlechteren.

Die Erkenntnis am Ende: Freiwilliges Unterwerfen ist keine Freiheit, Unterdrückung schon gar nicht, sich völlig unabhängig machen oder den anderen im Gegenzug abhängig auch nicht. Wirkliche Freiheit wäre, wenn die Männer frei sind und die Frauen auch, auf Augenhöhe, nicht gleich, aber gleich viel wert.

Fazit:

Wer sich viel mit Frauenrechten und der Geschichte befasst, wird in diesem Buch nicht viel Neues finden. Für alle anderen ist es ein unterhaltsamer und gehaltvoller Rundumschlag über das Sexleben der Frauen und die weiblichen Selbstbestimmung seit Anbeginn bis heute.

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