Im Delta der Mekong

Erschienen: April 2018

Couch-Wertung

5
Story
Erotik-Faktor

Story

Das Buch ist extrem dünn, reicht aber absolut aus um die Geschichte zu erzählen; ist die Handlung doch eher nur Kulisse für eine Aneinanderreihung von Sexszenen.

Erotik-Faktor

Die Sexszenen sind explizit und erotisch beschrieben und feuern die Fantasie an.

Leser-Wertung

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Annette Wolter
Urlaubserotik – oder Liebe für die Ewigkeit?

Buch-Rezension von Annette Wolter Okt 2018

Lisa ist zusammen mit ihrem Mann Mike Inhaberin eines Swinger-Clubs. Dort verdient sie sich als Luxus-Prostituierte noch etwas dazu. Mit dieser Szene beginnt das Buch.

Was Lisa erotisch auf dem Kasten hat und andere Männer zu begeisterten Stammkunden macht, lässt ihren eigenen Mann schon lange kalt. Mike fährt absolut nicht mehr auf sie ab, bekommt „keinen hoch“ und ist nur noch genervt von seiner Frau.

Kreuzfahrt auf dem Mekong als Liebes-Kur

Lisa bucht eine Kreuzfahrt nach Südostasien, auf dem Mekong, in der Hoffnung, die schöne, exotische Auszeit werde die Liebe und Erotik zwischen ihnen neu erblühen lassen. Was eher schlecht als recht und wenig klappt. Einmal im Pool, gelingt es, mit allen Mitteln von Lisas Verführungskunst, so einigermaßen, aber nur als noch ein Vietnamese als Dritter dazu kommt und einen Part bei der „Menage a trois“ übernimmt. Mike hat sowieso eigentlich nur Interesse an der Serviererin Cai, genannt Mekong. Sie ist wunderschön und absolut unterwürfig. Das gefällt ihm. Sehr. Lisa gefällt es gar nicht.

Mike genießt auf dem und in Mekong

Aber: Er geht nur noch mit Cai alias Mekong ins Bett, sie vergöttert ihn und vor allem verwöhnt sie ihn mit allen erdenklichen Praktiken. Das geht eine Weile gut und Mike nimmt sie mit nach Deutschland. Wo sich alles verhängnisvoll weiter entwickelt und verwickelt.

Die Vietnamesin Cai verkörpert das, was sich vielleicht viele Männer als Betthäschen wünschen. Mike selbst ist ein unsympathischer Macho-Typ, der sich nimmt, was er will und dennoch "seine" Frau zu verwöhnen weiß, körperlich und materiell. Doch wenn er genug von ihr hat, handelt er skrupellos und egoistisch. Lisa wirkt eher naiv, gewinnt zum Ende der Story an Profil.

Die Autorin hat, laut Beschreibung, einige Jahre in Südostasien gelebt: Wie viele dort in der erotischen Lust sich ihren Weg bis an die Grenze des Erlaubten suchen, Tabus nicht von einer vermeintlich höheren Instanz, sondern nur von den unmittelbar Beteiligten vorgegeben  werden, auch diese persönliche Freiheit und die dortige Lebenseinstellung beschreibt Stella Harris in ihren Romanen. Sie möchte Fantasien anregen und ihre Leser zu sexuellen Experimenten inspirieren, die nicht nur körperlich, sondern auch emotional befriedigen. Auch Einiges zu Land und Leuten und politischen und gesellschaftlichen Fragen, etwa wie hier der moralische Aspekt der Ausbeutung asiatischer Frauen und Mädchen, finden ihren Platz. In einem 200-Seiten-Sex-Roman natürlich viel weniger, als es eigentlich interessant wäre.

Apruptes Ende

Das Ende kommt abrupt, doch halbwegs versöhnlich und lässt hoffen, dass es Lisa und Cai-Mekong in Zukunft gut gehen wird und sie ihren Weg gehen werden. Welcher das ist, bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Fazit

Das Cover ist schön gemacht und ansprechend, lädt den Leser ein. Der dann aber nicht immer weiß, wozu: zu einem Porno, einer Erotikreise nach Asien, einem Liebesroman mit Sozialkritikansatz? Am ehesten ist es wohl ein 200-Seiten Groschen-Roman, der in Asien spielt und als Thema Nummer 1 Sex hat. Heißt: Wer erotische oder auch asiatische Romane mag und wenig Wert auf eine komplexe Story legt, aber viel Wert auf eine schöne Kulisse, kann sich in diese Geschichte fallen lassen.

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